Die VDR- Delegierten des 8. Südwestdeutschen Realschulkongresses aus den Bundesländern Saarland, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz verabschiedeten am 16. März 2002 in Homburg folgende Homburger Erklärung:
Der Eintritt in das neue Jahrtausend ist begleitet von einem Wandel der Produktions- zur Wissens- und Informationsgesellschaft. Dies führt zu einer Veränderung der Gesellschaft, der Arbeitswelt, der Firmenorganisation und somit der Arbeitsplätze.
Die Realschule/Erweiterte
Realschule als eine flexible Schulform will auf diese Veränderungen reagieren
durch die (Weiter-)Entwicklung
* Zu einer positiven Grundeinstellung zur Arbeit
* der Fähigkeit zum selbstständigen Lernen ( lebenslanges Lernen)
* der Bereitschaft zur Eigenverantwortung mit dem Ziel des selbst verantwortlichen
Individuums
* der Fähigkeit zum selbstständigen Arbeiten nach Zielvorgabe
* der Fähigkeit, sich Informationen zu beschaffen
* des IT-Unterrichts an der RS/ERS
* der Verzahnung Arbeitswelt - Schule.
Dies lässt sich in einem klar gegliederten Schulwesen am besten erreichen.
Die Lehrpläne brauchen einen festen und verbindlichen Kern von Inhalten, den Schüler der Hauptschule, der Realschule oder des Gymnasiums auf jeden Fall sattelfest beherrschen müssen, natürlich auf dem jeweils unterschiedlichen Niveau.
Auf jedem Niveau muss der Unterricht schnellstmöglich dahin führen, dass der Schüler vernetzt denken lernt.
Bei Umsetzung des Leistungsgedankens müssen Qualitätsstandards gewährleistet sein.
Dazu brauchen wir einen Leistungskontrolle im Vergleich zu anderen Schulen und einheitliche Tests. Am Ende der Schulzeit eines jeden Schulzweiges/ einer jeden Schulform steht eine einheitliche Abschlussprüfung.
Auf der Basis einer allgemein gültigen Werteordnung müssen die Schüler zum Dienst am Menschen, zu Wahrhaftigkeit, Verantwortung und Toleranz erzogen werden.
Daraus entwickeln sich soziale Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Teamfähigkeit, Fleiß, Leistungsbereitschaft, Höflichkeit, Pünktlichkeit.
Über den jeweiligen Stand der sozialen Kompetenz geben Kopfnoten und Verhaltenszeugnisse Auskunft.
Die Schule braucht zur Entwicklung eigenständiger Schulprofile mehr Eigenverantwortlichkeit. Dies gilt sowohl für die Budgetierung, die Personalverantwortung, den Handlungsspielraum allgemein und die Verbesserung des Lebensraumes Schule.
Die Unterrichtsorganisation muss schrittweise aus den starren Fesseln der Unterrichtsstunden gelöst werden im Hinblick auf verstärktes Projektarbeiten und Epochalunterricht.
Die Realschule/Erweiterte Realschule will im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitragen, dass die Anspruchsgesellschaft in eine Verantwortungsgesellschaft überführt wird.
Sie kann all das aber nur, wenn die Stellung der Schule und das Ansehen der Lehrer in der Gesellschaft gestärkt und die Rahmenbedingungen der Schule verbessert werde.
Zum Erreichen dieser Schritte bedarf es auch einer Veränderung der Lehrerbildung. Dazu hat der VDR ein eigenes Konzept entwickelt.
Udo Kaiser
Vorsitzender des VDR Saar
( Ausarbeitung )